include_once("common_lab_header.php");
Excerpt for Das Feld der Sterne (Auf dem Weg des Lebens) by , available in its entirety at Smashwords



DANTE GARCIA







Das Feld der Sterne

Auf dem Weg des Lebens


Titelbild: Marina Dyadkova

Übersetzung: Angélica Castellano

Das Feld der Sterne

Deutsche Version

Erste Ausgabe: August 2018



www.campodelasestrellas.com




© 2017 Dante Garcia. Alle Rechte vorbehalten.


Dem Schöpfer und meinen Eltern, meinen Schöpfern.

Und allen, die meinen Weg kreuzen.

Danke.





Index



Prolog

 Das Feld der Sterne ist meine Art, dem Leben zu danken. Mit dieser Arbeit möchte ich Inspirator sein für die Leser, die nach Santiago de Compostela pilgern möchten und zur Reflexion einladen und die Neugier wecken für die, die sich entspannen möchten mit einer inspirierenden Geschichte voller Magie... 

Es handelt sich um eine Geschichte, die auf wahre und symbolische Erfahrungen des „Weges der Liebe“ beruht, den wir alle durchlaufen müssen. Sie soll kein Reiseführer sein, auch kein geschichtliches oder abenteuerliches Werk, obwohl einige dieser Fakten erwähnt werden. 

Auch würde ich gerne meinen Dank im doppelten Sinne aussprechen: Zum einen dass ich die Möglichkeit hatte, zu pilgern, und meine Erfahrungen in diesem Werk widerspiegeln kann; zum anderen dass es mir möglich ist, eine Verbindung zu den Lesern herzustellen, während sie dieses Buch lesen. 

Ich schrieb dieses Buch, während ich auf dem Camino de Santiago war, sodass die ursprüngliche Idee und der Geist des Buches mich während meiner ganzen Pilgerreise begleitet haben. Doch einige Fragen bezüglich der Organisation und Form verwirklichten sich erst in späteren Etappen, in denen ich irgendwie versucht habe, eine Balance zu finden zwischen einem kurzen japanischen Haiku und einem langen Roman mit der Absicht, Inspiration und positive Energie zu vermitteln, unabhängig von der Quantität und der Qualität meiner Worte.

Ich versichere, dass es mir nie leicht gefallen ist, zu schreiben, und obwohl es mir hierbei nicht sonderlich schwerfiel, meine Ideen umzusetzen, würde es dieses Werk nicht geben ohne stundenlange Hingabe, Anstrengung und bedingungslose Kapitulation. 

Ich hoffe, dass diese kleine Geschichte dir als Reflexion dient und sie dir beim Lesen genau so viel Freude bereitet, wie mir beim Schreiben. 

 

Dante García

Der Ursprung

Meine Absicht war es eigentlich, Indien kennenzulernen. Es war ein Paradies, ein Land meiner Träume, absolut anders als alles, was ich bisher kennengelernt habe. Besser gesagt eine Illusion, denn ich habe unzählige Bilder und Videos gesehen und so viele Erzählungen gehört, die sich um dieses magische Land drehten, von dem ich bis jetzt noch nicht die Möglichkeit hatte, es zu besuchen. Und auch, weil es eins der spirituellsten Länder der Welt ist. Ich habe einige Methoden der Meditation erlernt und Bücher gelesen, die mir wirklich unglaublich erschienen. Sie transportierten mich in eine surreale, imaginäre Welt, in der Zeit und Raum unendlich waren zu nie erforschten göttlichen Schicksalen. Und für mich war eine Reise nach Indien ein notwendiger Schritt für die Reise zu mir selbst. Es ging nicht darum mutig zu sein oder nicht, sich auf die Idee zu stürzen oder sie beiseite zu schieben. Es ging vielmehr um die Zweifel, wie vorteilhaft es wäre, mich auf ein solches Abenteuer einzulassen. Mein Hauptziel bei diesem Projekt bestand in erster Linie darin, mich besser kennen zu lernen. Was ich wirklich erreichen wollte, war dieses utopische Ziel der Erfüllung, auch wenn sich in den Augen Anderer nichts geändert hätte. 

Ich wollte meine scheinbar unausweichlichen, unvermeidbaren und routinierten Verantwortlichkeiten verändern, obwohl ich wusste, dass ich vielen Bekannten die Stirn bieten müsste, die versuchten mir zu sagen, was richtig und was falsch wäre. Ich gestehe, dass das mehr Zweifel als Klarheit in mir erzeugte, da ihre Vorstellungen grundsätzlich von meinen abwichen und vor allem, weil ich einen gewissen Wert auf ihre Meinungen legte, besonders in meinem engsten Umfeld. Ich hatte einen angenehmen Job, eine perfekte Beziehung, Freundschaften, die die Zeit wertvoll machten –das alles passte perfekt in mein Leben. Und plötzlich wurde dieses perfekte Netz bedroht von einem neuen, revolutionärem Funken. Es schien, dass nicht einmal das Universum meiner versessenen Kühnheit zustimmen würde, denn die Ausstellung meines Passes, der eigentlich in einer Woche hätte fertig sein sollen, verschob sich um Monate aufgrund von Problemen in der Verwaltung. 

Es war eine Herzensangelegenheit, die einige Enthusiasmus nannten, andere eine Midlife-Crisis. Es war egal, wie man es nannte, es war ein Gefühl, das meinen Körper durchzog und wunderbar durch einen unbekannten Grund die Kraft hatte, diese Herzensangelegenheit zu verfolgen. So etwas war mir vorher noch nie passiert. Und ehrlich gesagt, diese herausfordernde Chance nicht zu nutzen, die mir das Leben auf einem Tablett lieferte, war nicht die beste Alternative. Ich merkte, wenn ich meinem Herzen folgte, würde mein Handeln kein Fehler sein und dass diese Gefühle authentisch waren. 

Nur Gott weiß warum, aber als der Moment da war eine Entscheidung zu treffen und zu handeln, zählte meine Stimme für hundert. Als wäre ich der Herr einiger begehrter Schätze, die ich bepreisen könnte, wie ich wollte. Trotzdem, bis zu diesem Moment waren die Preise nur erdacht, ich musste das Geschäft noch zum Abschluss bringen.

Und diese Aktion wandelte sich um in einen neuen Kampf. Die Taste an meinem Computer zu drücken, um das Flugticket zu kaufen, war nicht so einfach und mir fiel es sicherlich nicht so leicht zu schreiben wie einer Schreibkraft, die es gewohnt war, freundliche Briefe zu formulieren. Im Internet fand ich einen interessanten Flug, um in drei Monaten abzureisen, mit Zwischenlandung in London. Endlich habe ich den Anstoß gegeben zu einer unbekannten Partie ... Aus unerklärlichen Gründen kaufte ich am Ende nicht das Ticket nach Indien, nur das nach London und meine Idee war es, mich von dort aus dem Orient zu nähern wie auch immer, zu Lande, zu Wasser oder in der Luft. 

Die Monate vergingen in meiner Heimatstadt, während ich weiter mein normales Leben lebte. Eines Abends, ich trank ein paar Bier mit Freunden in einer Bar und wir unterhielten uns über unsere Pläne in der Zukunft, fragte mich einer von ihnen: „Warum läufst du nicht den Jakobsweg?“ Ich wunderte mich über seinen Vorschlag, aber es war auch eine Idee, die in der Tat machbar wäre. Es war nicht mein Plan und ich wusste nichts über diese Pilgerreise. Ich hatte schon mal davon gehört, nicht mehr. Aber sich vom Strom des Lebens mitreißen zu lassen und sich über seine Geschenke zu wundern fühlte sich richtig an. Der Gedanke, eine Pilgerreise zu machen füllte sich mit Neugier und Begeisterung und außerdem beinhaltete er die Absicht, die ich hatte. Im Endeffekt war es nicht nötig, nach Indien zu reisen, um das zu finden, was ich suchte, ich wusste, dass das Ziel nicht ausschlaggebend war, um Fragen auf meine Antworten zu bekommen, daher war der Jakobsweg eine gleichermaßen gültige Alternative und die Reise nach Indien könnte verschoben werden. Ich buchte also einen Flug nach Biarritz, Frankreich, einer Stadt in der Nähe des Ausgangspunktes des klassischen Jakobsweges.

Informationen über die Bedeutung des Jakobsweges einzuholen. Der Pilgerweg war ca. 800 Kilometer lang und man konnte ihn zu Fuß, auf einem Pferd oder mit dem Fahrrad zurücklegen entlang einer alten Straße mit dem Ziel, die Reliquien des Apostels Jacobus, ein wichtiger Heiliger der spanischen Halbinsel, zu ehren und dessen Überreste sich der Legende nach in Santiago de Compostela befinden. Während des 9. Jahrhunderts kamen Pilger aus aller Welt und die Wege nach Jerusalem, Rom und Santiago wurden zu wichtigen Pilgerwegen, die all denen Milde gewährten, die den Weg erfolgreich bestritten.

Später erfuhr ich, dass es verschiedene Wege nach Santiago gab, aus unterschiedlichen Richtungen und dass der Weg, den ich gewählt habe, der klassische Weg war, auch bekannt als der „Camino Francés“. Ich wollte ihn zu Fuß bestreiten, weil ich dachte, dass diese Geschwindigkeit die angemessenste war, um sich an sein Innerstes zu tasten. Außerdem hatte ich meinen Job gekündigt und ich fühlte eine intensive Freude, da ich einen Monat Zeit hatte um mein Ziel zu erreichen und ich mich körperlich fit fühlte, um mich für die Pilgerreise zu verpflichten. Da ich Erfahrungen im Wandern hatte, packte ich entschieden und ohne große Bedenken meinen Rucksack.

Einige Tage vor meiner Abreise hatte ich das Glück, Juana zu treffen, eine Schwester, die mich Liebesgedichte lehrte in einem Rückzug am Rande der Stadt. Sie war eine Person voller Licht die trotz ihres fortgeschrittenen Alters noch voller Energie war und die ihre Freundlichkeit an alle weitergab, die sie brauchten. Ich lernte sie nicht durch Erzählungen anderer kennen, vielmehr durch Zufall und es gab eine unerklärliche Chemie zwischen uns, die uns vereinte. 

Sie war es, die mir eines Tages zeigte, das violette Licht zu sehen, ein Licht, das alles heilt und uns einlädt, eine Verbindung aufzubauen in Zwiesprache mit Gott. Die Sichtbarkeit dieses Lichtes war so stark, dass sich sogar das heiße Wasser der Badewanne an diesem Abend violett zu färben schien. Ich hatte keine Erklärung für das, was geschehen war.

- „Ah! Die violette Flamme!“, flüsterte sie und sprach:

- „Habe eine Vision, finde das, an was du glaubst. Wenn du es nicht auf Anhieb schaffst, dann laufe weiter. Behalte deinen Glauben, denn mit ihm wirst du dich nie verlieren.

Konzentriere dich auf das, was du suchst und entlade dich von sämtlichem Müll, den du nicht brauchst auf dem Weg.

Denke daran, dass die Dualität sich ständig festsetzt, sei weise!

Denke daran, dass dies alles ein Traum ist. Lebe ihn mit Hingabe und Dankbarkeit!“

Sie hing mir eine in Rom gesegnete Benediktiner-Medaille um den Hals und sagte:

- „Gesegnet seist du!“

St.-Jean-Pied-de-Port

St.-Jean-Pied-de-Port war ein typischer baskischer Ort in den französischen Pyrenäen und der traditionelle Ausgangspunkt des sogenannten „Camino Francés“. Ich kam dort an, nachdem ich einige Tage London besucht hatte. 

Sorglos und mit dem festen Willen, jeden Augenblick zu genießen, fühlte ich mich ausgeglichen, die Zeit, die vor mir lag, sah ich als Herausforderung an. Es handelte sich nicht um ein Abenteuer, es ging auch nicht ums Kräftemessen und schon gar nicht darum, zu demonstrieren, was ich zu leisten fähig bin. Ich habe schon mehrere ähnliche Erfahrungen gemacht und was hier von Bedeutung war, war die Reise ins Innere, auch wenn sie mit Abenteuern und Zielen, die es zu erreichen galt, einherging. 

Bei meiner Ankunft lernte ich Beatrice kennen, die mir bei den Vorbereitungen helfen würde und die mich zum Tor bringen würde, an dem der mystische Jakobsweg beginnt. Am Tag, bevor ich losging, stellte mir Beatrice einen Gelehrten vor, Gurutz, der als Koch für die baskische Gemeinschaft arbeitete, die sich jedes Jahr Anfang Oktober auf dem Marktplatz traf, um Mutter Erde zu ehren. Er war ein Individuum von kleiner Statur, mager aber muskulös, ungekämmt, das Gesicht voller Falten und verbrannt von der Sonne. Er hatte ein hartes Äußeres, die Ärmel vom Hemd aufgekrempelt, die oberen Knöpfe offen und er trug eine Pluderhose. Ich bot mich an, ihm in der für das Fest improvisierten Küche zu helfen. Er war ein strikter, strenger Mann. Und wiederholte immer wieder: 

„Du weißt gar nichts!“ 

Ich verhielt mich ruhig und beschränkte mich darauf, seinen Anweisungen in der Küche zu folgen. Ich fühlte, dass von ihm mehr Zuneigung ausging, als Aufgaben, die ich zu tun hatte. Seine Worte versetzten mich zurück in meine Kindheit, bewirkten eine Art Unsicherheit in mir, ließen mich eine Neugier verspüren, keine Erwartungen zu haben, unschuldig die Welt neu kennenzulernen. Und alles zu vergessen, was war. Oder besser gesagt, was es zu sein schien. 

Als wir den Tag der Arbeit beendeten, sagte er, er besäße eine Herberge ganz in der Nähe vom Beginn des Caminos und dass er mich dort erwarten würde, um einen Espresso mit mir zu trinken. Es bestätigte sich mein erster Eindruck, dass er ein freundlicher Mensch war, trotz seiner unsensiblen Erscheinung eines Einsiedlers. 

Am selben Abend führte mich Beatrice zu einer originalen Hexe aus Brasilien, mit der wir zusammen meditierten. Wir entfernten uns ein wenig vom Marktplatz, bis wir eine Bank in einem abgelegenen Park fanden, die uns die Ruhe bot, die wir suchten.

Sie war gekleidet wie eine gewöhnliche Person, trug keine Talismane und hatte auch keine besonderen Fähigkeiten. Sie merkte, dass ich bis vor kurzem einen Ring getragen hatte und sagte, dass seine runde Form für die Ewigkeit stand und für eine Allianz mit dem Universum. Für mich war es ein spezielles, schmerzhaftes Thema, denn meine Partnerin und ich hatten mit Worten,jedoch nicht mit der Seele, beschlossen, uns zu trennen. Sie fügte noch hinzu, dass es sich nur um ein Symbol handelte, dass die Liebe viel weiter ging. Später bat sie mich, die Augen zu schließen, und begann mit dem Ritual. Sie legte die Hände auf meinen Kopf und obwohl sie eine für mich unverständliche Sprache sprach, ließ ich mich treiben, denn sie strömte mir Vertrauen ein. Anschließend sagte sie, sie sähe Licht und ich würde ohne Probleme in Santiago de Compostela ankommen. Zuletzt küsste sie meine Stirn und segnete mich und sie sagte mir, dass ich ab diesem Moment dieses Ritual auch mit anderen Personen durchführen könnte. 

In dieser Nacht schlief ich entspannt, ich erinnere mich nicht an die Träume, die ich hatte, aber ich erinnere mich sehr wohl an das unglaubliche Gefühl des Wohlbefindens, dass ich empfand. Am nächsten Morgen genoss ich ein genügsames Frühstück mit Kaffee, Toastbrot, Butter und hausgemachten Gelee während ich durch das Fenster das Laub beobachtete und mich an der wunderschönen Morgendämmerung erfreute. Später gingen wir zusammen mit Beatrice zum Pilgerbüro. Eine Dame, die sehr beschäftigt schien, gab mir den Pilgerpass, damit ich mir die Stempel in den Pilgerherbergen holen könnte und ihr Assistent Jean-Pierre, ein sehr gutaussehender, lächelnder junger Bursche schenkte mir eine Pilgermuschel, ein Zeichen, dass der Pilger an den Galizischen Küsten angekommen ist. Er erwähnte, dass er in der Kirche von Bayonne Klavier spielt und er somit die Toten während der Abschiedsfeier begleitete auf ihren anderen Weg, den der Ewigkeit. 

Nun war ich zum Aufbruch bereit. Ich wollte eine Kleinigkeit für Beatrice hinterlassen und schenkte ihr einen Kuchen. Es war ihr Geburtstag und wir beide genossen das Geschenk unserer Anwesenheit. Nachdem wir die Brücke der Hauptstraße überquert hatten, legte Beatrice einen symbolischen Stein in meinen Rucksack, schrieb ein Gebet auf ein Stück Papier und gab es mir, damit ich es beim Apostel Jakob niederlege. Und so trennten sich unsere Wege an der „Porte d'Espagne“.

Der wahre Reichtum 

Alles begann mit der Spannung eines neuen Himmels im Leben, der Aufstieg durch die Pyrenäen war sehr steil und ich war neugierig neue Orte zu entdecken und zu erfahren, warum so viele Pilger diese Reise machen wollten. Als ich am ersten Gipfel ankam entdeckte ich die Herberge von Gurutz, aber er war damit beschäftigt, sich um seine Gäste zu kümmern. Ich stellte fest, dass er seinen Gästen reichlich Filterkaffee zum Frühstück reichte. Und trotzdem, als er mich sah, legte er seine Arbeit nieder, kochte einen Espresso und setzte sich zu mir, was mir das Gefühl gab, von ihm bevorzugt zu werden. Er erzählte mir, dass er diesen Ort gewählt hatte, um für sich und seine Familie ein Heim zu bauen, aber auch um die Pilger zu beherbergen.

Als ich weiter lief, erinnerte ich mich an den Ratschlag von Juana, mich frei zu machen von allem, was mich beschäftigte und mich daran hinderte, mich auf den Weg zu konzentrieren. Meine Titel und das Erreichte machten mich nicht stolz, sie waren eher ein erkauftes Werkzeug und ich merkte, dass ich mir selbst eine Etikette auferlegt hatte und dass das Umschnallen dieses Werkzeuggürtels mir nicht dabei half, meine kühnen Träume zu verwirklichen. Ich hatte ein Buch mitgenommen, um unterwegs etwas zu lesen und es fehlte nicht mehr viel, um es zu beenden, trotzdem schien es mir überflüssig, dabei war es kein richtiges Buch, welches Platz in meinem Rucksack in Anspruch nahm, sondern eine digitale Version. Aber es schien mir nicht notwendig, etwas mitzunehmen, was endlich war, sondern vielmehr schöpferisch in mich zu gehen, in meine eigene Geschichte. Da es sich nicht um einen typischen Urlaub handelte und auch nicht um ein touristisches Abenteuer, sondern um ein Treffen mit mir selbst, mit meinem Inneren, brauchte ich nichts anderes als meine eigene Anwesenheit. Ich erinnerte mich an die Worte eines Lehrers, um zu erklären, was ein Lehrer so macht: wenn er isst, dann isst er; wenn er schläft, dann schläft er… Daher beschloss ich, das Buch später zu Ende zu lesen. Ich entdeckte am Rande einer Straße einen Altkleidercontainer und nutzte ihn, um mich von einigen Kilos zu trennen, die ich zu viel dabei hatte und so konnten diejenigen die Sachen nutzen, die sie vielleicht benötigten. Beatrice hatte mir erklärt, dass eine unbeschriebene Regel besagte, dass man nicht mehr als zehn Prozent des eigenen Gewichtes auf seinem Rücken tragen sollte. 

Ich fühlte mich, als würde ich in der Luft schweben, ohne irgendeinem Kompromiss außer mir selbst näher zu kommen, ich lebte einen Traum, den ich mit meinen eigenen Augen wertschätzen konnte. Was ich mit offenen Augen sah, war dasselbe, was ich sah, wenn ich sie schloss und anfing, zu träumen. Alles was ich wollte und hatte, war da, vor mir. Ich lief schneller, mit wenigern Kilos in meinem Rucksack, ohne die warme Kleidung, die ich nicht gebraucht habe und die ich wirklich nur für den äußersten Notfall eingepackt hatte. Meine innere Stimme sagte mir, ich sollte mich ganz auf den Weg besinnen und sie sicherte mir zu, dass der Weg dafür sorgen würde, dass ich alles dabei hätte, was ich benötigte. Und diese Stimme entlastete mich weiterhin und gab mir Vertrauen. Alle meine Sorgen lösten sich auf, alles Unbekannte verschwand. Es existierte nur der Moment, intensiv und einzigartig. 


Purchase this book or download sample versions for your ebook reader.
(Pages 1-11 show above.)